Naturschutz im Dorf – Was tun?!

Wir scheinen vor einer Herkulesaufgabe zu stehen, wenn Insekten, Vögel und Pflanzen massiv vom Aussterben bedroht sind. Aber man muss dafür keine Berge versetzen, im Gegenteil! Viele einzelne, auch kleine Maßnahmen helfen, die Natur zu schützen, und dabei kann jede/r einzelne, dabei  kann aber auch jede Gemeinde helfen.

Diese Erkenntnis vermittelte Christian Henkes vom NABU Mainz und Umgebung bei einer Veranstaltung der SPD Klein-Winternheim, und zwar ganz praktisch. Denn, so lernten es die Zuhörer in der Gaststätte „Zur Linde“,  Naturschutz fängt im Kleinen an, im heimischen Garten etwa. Die Fläche all dieser Gärten zusammen ist nämlich größer als die unserer Naturschutzgebiete. Ermutigend und beruhigend zugleich war zum Beispiel die Aussage von Henkes: „Sie müssen nicht den ganzen Garten neu gestalten, eine kleine, naturnah aufbereitete Ecke hilft schon, und die findet jeder in seinem Umfeld.“ Kleine Randstreifen für Wildblumen bereithalten, das bringt die Insekten zurück, den Gehölzschnitt nicht zum Schredder fahren, sondern anhäufen, dann kommen die Sperlinge wieder, heimische Sträucher statt „zugezogener“ Glanzmispeln pflanzen, und schon finden Vögel wieder Nahrung.

Ein reger Austausch folgte: Welche Nistkästen für welche Vögel, welche Gärtnerei kennt sich aus, wo gibt’s die notwendigen Infos? (Z.B. unter den Links unten)

Aber die SPD wollte ja außerdem den Rat des Experten zu Handlungsoptionen für den Gemeinderat einholen, und diesen Rat gab es auch: Darunter den Hinweis auf den kürzlich verabschiedeten Landschaftsplan für die Verbandsgemeinde, der auch für Klein-Winternheim gute Perspektiven biete, die müsse man aber auch nutzen (Henkes). Unter anderem nannte der regionale NABU-Vorsitzende zwei konkrete Beispiele, die der Rat aufgreifen könne: Die Auflage des Bebauungsplans, an der Lärmschutzwand zum Neubaugebiet „Längs der Mainzer Straße“ Kletterpflanzen zu setzen, sei  bis heute nicht umgesetzt. Das könne man ja ändern. Und in der Gemarkung lägen zwei wertvolle Wiesen mit seltenem „Halbtrockenrasen“, wahre Paradiese für Pflanzen und Tiere, diese Flächen gelte es zu entwickeln und zu pflegen.

Besonders positiv an diesem Gedanken- und Informationsaustausch ist aus Sicht der SPD auch, dass Mitglieder der Agenda21 ebenso teilnahmen wie Landwirte aus dem Ort, dazu Hausbesitzer, die in ihrem Garten mehr natürlichen Lebensraum schaffen und Menschen, die sich konkret engagieren wollen. Es war ein guter Abend für den Naturschutz im Dorf und ein guter Anfang, denn eines ist sicher:  Das Thema bleibt auf der Agenda!

(Foto: Bodo Witzke)

https://www.nabu-mainz.de/

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/voegel/index.html

ttps://www.nabu-rlp-sued.de/natur-im-garten/

https://www.nabu-rlp-sued.de/natur-im-garten/

https://www.ndr.de/ratgeber/garten/zierpflanzen/Pflanzen-fuer-Schmetterlinge-Hummeln-und-Bienen,pflanzen1236.html

https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/pflanzen/

https://www.vg-nieder-olm.de/vg_niederolm/Bauen/Offenlage/EL01%20Erholung%20E%20Okt16.pdf

und

https://www.klein-winternheim.de/lokale-agenda/259,0,natur-im-dorf-2018,inde