Elektromobilität? In Klein-Winternheim? Sinnvoll? Jetzt?

Viele Fragezeichen gibt es nach wie vor rund ums Thema E-Mobilität. Gut, dass eine Vertreterin der Energieagentur RLP kürzlich mehreren Ausschüssen unseres Gemeinderats in einer gemeinsamen Sitzung diese Fragen beantworten konnte. Zum Einstieg stellte Luisa Scherer von der „Lotsenstelle für alternative Antriebe“ klar: Wenn wir die Erderwärmung begrenzen und die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir den ÖPNV ausbauen und den Radverkehr fördern, aber wir müssen uns auch um die Autos kümmern. Das heißt, so Scherer: Wir müssen das Autofahren energieeffizient machen. Dabei hilft Strom als Antrieb.


Skeptiker monieren vor allem die Reichweiten der Elektroautos. Wer öfter Langstrecke fährt hat in der Tat Probleme. Luisa Scherer fragt dagegen: Wie viele Kilometer fahren Sie jeden Tag? Durchschnittlich liegen die Fahrleistung pro PKW und Tag nämlich nur bei 30 km und die Pendeldistanzen zur Arbeit bei 16 km – das schaffen die heute verfügbaren E-PKW locker. Aber die Ökobilanz von E-Autos? Auch die passt: Die Stromer sind im Verbrauch schon heute klimafreundlicher als Verbrenner und je „grüner“ künftig der Strommix wird, desto besser. Das gilt auch für den Bau der Autos – auch da schneiden sie besser ab. Und was ist mit den Kosten? Laut ADAC seien manche E-Autos schon heute günstiger als vergleichbare Verbrenner, dank Förderung und weil die Betriebskosten niedriger sind. Und die Preise sinken! Da helfen der Markt und ein Umdenken der Autobauer. Fazit: Elektro-Autos sind für die tägliche Nutzung öfter geeignet als mancher denkt, sie sind ökologisch besser und preiswerter als gedacht.
Allerdings braucht diese ökologisch so wichtige E-Mobilität eins: den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur. Weswegen die Bundesregierung Ladesäulen kräftig fördert, im jüngsten Förderprogramm mit 40 Prozent.


Die Einladung der Expertin von der Energieagentur geht letztlich zurück auf unsere Initiative. Schon für den Haushalt 2018 lag der SPD-Antrag vor, im Ort an geeigneten Stellen Ladesäulen für Elektro-PKW einzurichten. Luisa Scherer hat mit ihrem Vortrag noch einmal klar gemacht: Wir sollten das endlich umsetzen und, idealerweise in Abstimmung mit der Verbandsgemeinde, jetzt geeignete Standorte finden und so das unkomplizierte Aufladen im Alltag unterstützen. Ein Bürgerservice, ja, aber auch: Ein notwendiger Beitrag für den Klimaschutz.