Echt jetzt? Hohe Schulden in Klein-Winternheim

Es war unvermeidlich, dass der Rat einen Nachtragshaushalt beraten hat, durch den Klein-Winternheim ungewöhnlich tief in die roten Zahlen gerät. Unvermeidlich war auch, dass alle Fraktionen, also auch wir, die Opposition zugestimmt haben. Wieso eigentlich?

Das Minus beträgt im sogenannten „Ergebnishaushalt“ 500.210 Euro – ursprünglich sollte es ein Plus von 237.250,00 Euro zum Jahresende geben. Und im „Finanzhaushalt“ führen über 5 Millionen Mehrausgaben gegenüber dem alten Ansatz sogar zu einer Lücke von 6.123.000 Euro. Klein-Winternheim muss Kredite aufnehmen, und das nicht zu knapp.

Allerdings gibt es zwei unterschiedliche Ursachen für diese neuen Summen. Die eine Ursache ist positiver Art: Es werden weitere Gelder für den Ankauf von Grundstücken bereitgestellt, denn nicht nur weitere Gewerbegrundstücke „Am Berg“ sind geplant, sondern auch ein zusätzliches ortsnahes Neubaugebiet.

Nördlich der „Bordwiese“ liegt der „Bäckersgarten“, der nach der jüngsten Entwicklung ebenfalls für Wohnbebauung entwickelt werden kann. Diesen Bereich haben wir schon vor Jahren für neue Wohnhäuser vorgeschlagen – nun soll er realisiert werden. Geplant ist wieder, dass die Gemeinde die Flächen dort erwirbt, entwickelt und dann die so entstehenden Baugrundstücke veräußert. Der Ankauf kostet natürlich Geld, das aber nach dem Grundstücksverkauf an Bauherren wieder zurück an die Gemeinde fließt. Hier handelt es sich um gut investiertes Geld, das noch dazu zurückfließen wird.

Die zweite Ursache für die neuen Schulden ist unerfreulich: Die Kostensteigerungen bei der Erweiterung der neuen Kita betragen inzwischen rund 550.000 Euro – und sie sind nur teilweise auf die allgemeine Entwicklung bei den Baupreisen zurückzuführen. Der Grund sind zumeist Planungsfehler, diese sind allerdings nicht dem Gemeinderat oder der Verwaltung anzulasten.

Seit Wochen schon muss der Gemeinderat Nachträge genehmigen, weil Arbeiten am Bau falsch geplant wurden. Würde er ablehnen, könnte nicht weitergebaut werden. Der Rat prüft deswegen inzwischen auch Regress-Ansprüche gegen die Verantwortlichen. Leider wird dies ein langwieriges Verfahren werden. Unerfreulich ist es allemal – inzwischen steigen die Kosten weiter und die Kinder warten immer länger auf den Wiedereinzug in ihre Räume.