Bezahlbares Wohnen im Neubaugebiet!

Veranstaltung am 11. November 2016

Prof. Dr. Salvatore Barbaro zu Gast in Klein-Winternheim

Wird Wohnen unbezahlbarer Luxus? Diese Frage stellten die örtlichen Sozialdemokraten bei einer öffentlichen Veranstaltung in Klein-Winternheim. Junge Familien könnten die gestiegenen Immobilienpreise im Ort kaum noch finanzieren, Mieten seien inzwischen fast auf Mainzer Niveau. Weil im Ort gut fünf Hektar für Wohnzwecke nach dem neuen Flächennutzungsplan ausgewiesen werden können, wollte die SPD mit Bürger/innen und Gästen aus Politik und Praxis diskutieren, wie die Gemeinde am Stadtrand von Mainz diesen Wohnraum für die Zukunft planen soll. Bezahlbar solle das Wohnen dort sein, so die Forderung. Aber wie erreicht man das?

„Der Landkreis braucht dringend eine Wohnungsbaugesellschaft“ so eine der klaren Botschaften von Prof. Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium und frisch gekürter Kandidat der Kreis-SPD für das Amt des Landrats. Weil das Planungsrecht bei den Kommunen liegt, so Barbaro, liege es an ihnen Wohngebiete so zu gestalten, dass alle Bevölkerungsgruppen Wohnraum finden, bedarfsgerecht, barrierefrei, bezahlbar und geeignet für alle Generationen. Und eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft werde die Gemeinden dabei unterstützen – übrigens auch, um Wohnen in den dörflichen Strukturen weiter zu entwickeln und den Fokus über Neubaugebiete hinaus zu öffnen. SPD-Landtagsabgeordnete Nina Klinkel wies darauf hin, dass angesichts teurer Mieten und Grundstücke das Land in den nächsten Jahren mit der sozialen Wohnungsbauförderung für 20 000 neue Wohnungen gegensteuern will und empfahl, sich Rat beim kürzlich gegründeten rheinland-pfälzischen „Bündnis für soziales Wohnen und Bauen“ einzuholen. Experte Christof Henn, langjähriger Leiter der gemeindlichen Siedlungsgemeinschaft in Neuwied und im Ruhestand weiter ehrenamtlich in der Wohnungswirtschaft engagiert, riet dazu, die Instrumente sozialen Wohnungsbau und Eigentumsförderung von Bund und Land so zu ergänzen, dass der Preisspirale auf dem Wohnungsmarkt durch geschicktes Planen durch die Kommune wirksam begegnet werde.

Die Anwesenden hatten eine Reihe Fragen an die Vertreter der SPD-Ratsfraktion: Was denn die Gemeinde nun konkret an der Bordwiese, dem ersten von zwei zu realisierenden Neubaugebieten, plane und ob dort wieder vorzugsweise freistehende Einfamilienhäuser wie zuletzt oberhalb des Ortes „Auf dem Tunnel“ vorgesehen seien. Soweit sei es noch gar nicht, so die Auskunft von Ratsmitglied Monika Hoffmann, die den Abend auch moderierte. Man habe eingeladen, um vom Planungstand zu berichten, aber vor allem um den Bedarf der Einwohner kennen zu lernen und in Vorschläge umzusetzen. Das Interesse anwesender junger Paare an einem Familieneigenheim wurde sehr wohl artikuliert. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in kleineren Einheiten für Jung und Alt sei aber ebenso hoch, hieß es aus dem Publikum. Sogar nach Bauformen für Eigentümergemeinschaften wurde gefragt. Kurz: Eine Mischung verschiedener Wohnformen sei der ideale Mix. Eben dies könne mit einem entsprechenden Bebauungsplan auch erreicht werden und dies würde die SPD sich für Klein-Winternheim vornehmen.